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Geschichte des Lehrstuhls für Thermodynamik
1868
Gründung einer Technischen Hochschule als selbständige
wissenschaftliche Hochschule, die zunächst bis 1877 "Königliche Politechnische
Schule in München" heißt. Sie nahm mit 24 Professoren, 21 Dozenten und Assistenten
und etwa 450 Studenten ihre Lehrtätigkeit auf.
Carl von Linde (1842 - 1934) wird als
außerordentlicher Professor auf den "Lehrstuhl für Theoretische
Maschinenlehre" berufen.
1872
1875
Carl von Linde wird Direktor des nach seinen Vorstellungen
eingerichteten "Laboratoriums für Theoretische Maschinenlehre". Dieses Labor
diente auch der Durchführung verschiedener Grundlagenuntersuchungen mit dem Ziel, bessere
Berechnungsgrundlagen zu schaffen; so wurden z.B. erste Versuche zur Bestimmung der
Eigenschaften von überhitztem Wasserdampf durchgeführt. In das Lehrgebiet wurde von ihm
erstmals die Theorie der Kältemaschinen und die Kältetechnik einbezogen. Die Erfolge der
neuen Kältetechnik waren so groß, daß die mit der industriellen Verwertung anfallenden
Arbeiten Carl von Linde in zunehmendem Maß in Anspruch nahmen. Zu seinen Hörern zählt
in den folgenden Jahren Rudolf Diesel.
1879
Carl von Linde läßt sich von seinen Lehrverpflichtungen entbinden und
geht als Vorstand der Gesellschaft für "Linde`s Eismaschinen" nach Wiesbaden.
Berufung von Moritz Schröter (1851 -
1925) als außerordentlicher Professor auf den "Lehrstuhl für Theoretische
Maschinenlehre" und Bestellung zum Direktor des gleichnamigen Laboratoriums.
Moritz Schröter gelang es, das von Carl von Linde aufgebaute
Versuchslaboratorium voll zum Einsatz zu bringen. Viele an Großmaschinen planmäßig
angelegte und durchgeführte Versuche förderten deren technische Entwicklung. So begannen
beispielsweise 1897 die Versuche am Dieselmotor und damit dessen erfolgreiche technische
Entwicklung.
1886
1902
Carl von Linde kehrt als außerplanmäßiger Professor für
"Angewandte Thermodynamik" an die Hochschule zurück und liest dort bis 1910.
Auf Initiative Carl von Lindes erfolgt die Gründung des
"Laboratoriums für Technische Physik". Die Leitung hat O. Knoblauch unter
Mitwirkung Lindes. Aus diesem Institut geht eine Reihe hervorragender Fachleute auf dem
Gebiet der Wärmetechnik hervor, darunter die späteren Inhaber des Lehrstuhls, W. Nußelt
und E. Schmidt.
1908
1912
Moritz Schröter und sein Mitarbeiter A. Loschge betreiben den Neubau
des um eine Licht- und Kraftzentrale erweiterten Laboratoriums, dessen Name geändert wird
in: "Laboratorium für Wärmekraftmaschinen" (heute befindet sich dort das
Heizkraftwerk). 1916, nach der Fertigstellung des Thierschbaues können die Räume an der
Gabelsbergerstraße bezogen werden.
1924
1925
1951
1952
Ernst Schmidt (1892 - 1975) erhält den
Ruf auf den "Lehrstuhl für Theoretische Maschinenlehre" und wird - zusammen mit
A. Loschge und später R. Stroehlen - Direktor des "Laboratoriums für
Wärmekraftmaschinen, Kältetechnik, Heizung und Lüftung".
Besonders aktiv war Ernst Schmidt im Bereich der Wärmeleitung und in der
Stoffübertragung. Hier beschäftigte er sich mit der Optimierung von Rippen sowie mit
Untersuchungen zur Konvektion (Schmidt-Zahl). In der Wasserdampfforschung konnte er nach
langjähriger Arbeit die erste internationale Wasserdampftafel herausgeben.
1956
1960
1961
Berufung von Ulrich Grigull als
Ordinarius auf den "Lehrstuhl für Technische Thermodynamik" und Ernennung zum
Direktor des gleichnamigen Instituts. Letzteres umfaßt nur noch wenige Laborräume im
Bereich des "Laboratoriums für Wärmekraftmaschinen, Kältetechnik, Heizung und
Lüftung.", der größte Teil wurde dem "Institut für Thermische
Kraftmaschinen" überlassen. Dafür können in den Jahren 1964 bis 1966 nach
größeren Umbauten weitere Räume in Keller und Erdgeschoß des Thierschbaues an der
Gabelsbergerstraße bezogen werden.
Ulrich Grigull, der vor allem als Mitverfasser des deutschen
Standardwerkes der Wärmeübertragung "Gröber/Erk/Grigull" bekannt geworden
war, setzte die Arbeiten sowohl auf traditionsreichen als auch auf neuen Gebieten fort,
wobei er besonderes Gewicht auf die Kombination von Experiment und Theorie legte.
1969
1972
1975
Wahl Ulrich Grigulls zum 1. Präsidenten der Technischen Universität
(bis 1980)
Kommisarische Leitung des Lehrstuhls:
J. Straub (bis 1981)
Das neue Hochschulgesetz erzwingt die Einbindung des "Lehrstuhls A
für Thermodynamik" in das Gemeinschaftsinstitut "Institut für Thermodynamik
und Fluidmechanik, Hydraulik und Energetik".
1980
1981
Berufung von Franz
Mayinger als Ordinarius auf den "Lehrstuhl für Thermodynamik" im o.g.
Großinstitut. In den folgenden Jahren können auch Büro- und Laborräume im ehemaligen
Physikgebäude, Luisenstraße 37a, bezogen werden.
Prof. Mayinger führte die Mehrphasen-Strömung in die Forschung des
Lehrstuhls ein. Er förderte die Verbrennungsforschung und führte die Untersuchungen zum
Wärmeübergang weiter. Ebenfalls brachte er neue optische Meßverfahren, wie
holographische Interferometrie und Laser-induzierte Fluoreszenz in den Lehrstuhl ein.
1997
1998
1999
Emeritierung Franz Mayingers
Berufung von Thomas Sattelmayer
als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Thermodynamik.
Berufung von Wolfgang Polifke als Extraordinarius des Lehrstuhls für
Thermodynamik.
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